Fiedelerstr. 46 30519 Hannover
+49 511 64611588
info@jvhein.de

Sponsoring und Fundraising

Just another WordPress site

Sponsoring ist eine werbliche, materielle oder organisatorische Unterstützung auf Gegenseitigkeit. Ein Kindergarten und ein Unternehmen oder eine öffentliche Einrichtung versprechen sich jeweils Vorteile davon.

Beispielsweise möchte ein Kindergarten Plakate für einen Tag der offenen Tür drucken lassen. Er wendet sich an die örtliche Sparkasse oder die Stadtwerke und fragt an, ob diese den Druck vollständig oder teilweise übernehmen würden, wenn der Sponsor mit seinem Logo und seinem Namen auf den Plakaten mit abgedruckt werde. Dazu sind viele Kreditinstitute oder Energieversorger bereit, weil sie auf diese Weise „sanfte Image-Werbung“ betreiben können. Der Kindergarten bekommt seinerseits kostenlose Plakate und verteilt sie. Die kleine Aufschrift „gefördert von den Stadtwerken in xy-Stadt“ stört niemanden.

Sponsoring beruht auf klar definierter Leistung und Gegenleistung. Es wird daher steuerlich wie Werbung als “Betriebsausgabe” behandelt und nicht als gemeinnützige Spende. Es gibt in der Regel einen ausführlichen Vertrag darüber. Entsprechend muss der Kindergarten aufpassen, wie er diese Einnahmen richtig verbucht. Ein Steuerberater sollte im Hintergrund dabei sein, um beispielsweise zu verhindern, dass diese Leistung nachträglich umsatzsteuerpflichtig wird.

Ein anderes Beispiel: Ein örtlicher Büromittel-Lieferant schenkt einem Kindergarten einen gebrauchten Kopierer. Darüber werden alle Eltern informiert. Sie werden für ihren eigenen Bedarf auf diesen Händler aufmerksam und kaufen künftig bei ihm ein. Der Händler hat ein gutes Werk getan und profitiert davon. Vielleicht erscheint sogar ein Artikel in der Zeitung darüber.

Die Kinder selbst hören den Namen des Händlers, der regelmäßig zum Kindergarten kommt, um den Kopierer zu warten. Vielleicht bringt er den Kindern kleine Geschenke mit, die mit der Kindergartenleitung abgesprochen sind. Nicht zuletzt prägt sich der Markenname des Kopiergerätes bei den Kindern ein.

Wenn dann ein so genannter “Pay per Page” Vertrag mit dem Büromittellieferanten abgeschlossen wurde, verdient dieser an jeder Kopie, die beispielsweise Eltern auf diesem Kopierer machen und bezahlen, automatisch mit. Es entsteht eine echte Win-Win-Win Situation.

Der Kindergarten hat einen eigenen Kopierer und kopiert günstig. Außerdem verdient er an jeder Kopie mit. Die Eltern können den Kopierer ebenfalls günstig und schnell nutzen, wenn sie ihre Kinder abholen (und dabei schnell eine Kopie ziehen) Der Händler verdient an den Kopien mit und wirbt zugleich für sein Geschäft.

Im Internet werden vielfältige Möglichkeiten ähnlicher Geschäftsmodelle unter dem Stichwort „Charity Shopping“ angeboten. Verbraucher haben hierbei die Möglichkeit, gemeinnützige Einrichtungen zu unterstützen, ohne eigenes Geld zu spenden. Für die Verkäufer handelt es sich um eine zusätzliche Vertriebsplattform und für die gemeinnützigen Einrichtungen, beispielsweise den Förderverein eines Kindergartens, eine zusätzliche Einnahmequelle. Es gibt auch schon die ersten Charity Shopping Plattformen, die eine steuerabzugsfähige Spendenquittung ausstellen können.

In Deutschland werden derzeit etwa fünf Milliarden Euro für Sponsoring oder Fundraising ausgegeben – Tendenz steigend. Sponsoring setzen zunehmend kleinere und mittlere Unternehmen ein, die nach einer sympathischen und menschennahen Werbemöglichkeit bei den Kindergarteneltern und -großeltern suchen.

Dennoch ist das Spendenaufkommen in Deutschland noch immer vergleichsweise gering. In den USA spenden die Menschen mehr als viermal so viel, – in Frankreich und Großbritannien etwa dreimal so viel wie hierzulande.

Kindergärten und andere dem Gemeinwohl dienende Einrichtungen müssen Sponsoring zunehmend einsetzen, weil die öffentlichen Zuschüssen immer geringer werden. Hier wird es in den nächsten Jahren ein radikales Umdenken geben, wenn die staatlichen Zuschüsse ausfallen. Sponsoring oder Fundraising betrifft keineswegs nur gemeinnützige Einrichtungen, sondern alle Institutionen, die etwas für die Gemeinschaft tun, wie Dr. Christoph Müllerleile im Fundraising Echo 2014.4 feststellt.

2. Sponsoring Gegenstände

Das Sportsponsoring steht deutlich im Vordergrund. Dafür werden in Deutschland jährlich über zwei Milliarden Euro ausgegeben. Aber es gibt zunehmend weitere Themen für Sponsoren wie kulturelle oder soziale Projekte, beispielsweise Kultur- oder Wissenschaftssponsoring, wenn Theater- oder Opernaufführungen oder ganze Hochschulen gesponsert werden.

Im Umweltbereich gibt es das Umweltsponsoring oder das Soziosponsoring für spezielle Projekte in einer Stadt, einem Landkreis oder in anderen (ärmeren) Ländern. Der Verfasser engagiert sich beispielsweise ehrenamtlich im ICH – Inter-NATIONAL CHILDREN Help e.V., einem national und international tätigen Kinderhilfswerk aus Niedersachsen. www.int-children-help.de

Durch das Internet gewinnt das Mediensponsoring immer mehr an Bedeutung. Schulen, Museen und Universitäten sprechen gezielt Sponsoren an, einerseits für die Einrichtung insgesamt, andererseits immer häufiger für einzelne Projekte oder Lehrstühle. Viele Bildungseinrichtungen haben so genannte Alumni-Vereine gegründet, in denen sich ehemalige Schüler oder Studenten treffen. Warum sollte das nicht auch bei Kindergärten denkbar sein?

3. Womit helfen Sponsoren?

Kindergärten wird durch Sponsoring beispielsweise geholfen, neue Spielgeräte anzuschaffen, ein Mittagessen für die Kinder anzubieten oder Feste durchzuführen. Von den Eintrittsgeldern allein können diese Veranstaltungen nicht finanziert werden. Also werden Tombolas oder Versteigerungen mit gesponserten Produkten veranstaltet. Dabei wird ausdrücklich auf die großzügigen Geber hingewiesen.

Was können Sponsoren außer Geld noch zur Verfügung stellen?
• Sachmittel (Deputate, Produkte oder auch Dienstleistungen der Unternehmen)
• Firmeneinkauf (Produkte oder Dienstleistungen, die die Unternehmen günstig einkaufen)
• Werbeunterstützung, Printmedien u. a. (Plakat für den Kindergarten kostengünstig mitgedruckt)
• Programmierhilfe bei der Einrichtung einer Internetseite usw.
• Logistik und organisatorische Hilfen (zum Beispiel bei Transporten).

Ein gängiges Beispiel: Eine Firma sponsert einen Kindergarten und wirbt damit zugleich für sich. Sie lässt auf eigene Kosten Prospekte (mit kleinen Werbehinweisen?) drucken, hilft bei Renovierungsarbeiten oder stellt ihr Büro für organisatorische Unterstützung (beispielsweise die Buchhaltung des Kindergartens) zur Verfügung.

4. Wie bedanken sich die Kindergärten?

Alle Sponsoren werden den Eltern und Großeltern der Kinder bekannt gegeben. Außerdem bedanken sich die Kindergärten mit einer Presseerklärung oder einem Interview in der Heimatzeitung. (Normalerweise ist es für gewerbliche Unternehmen recht schwierig in der Zeitung kostenlos erwähnt zu werden, weil die Zeitungen den Werbetreibenden viel lieber ihre Anzeigen verkaufen!)

Allein aus dem Grunde, um Sponsoren danken zu können, sollten Kindergärten eine Homepage haben. Hierzu gibt es sehr gelungene Beispiele, wie einzelnen Eltern für einen besonderen Einsatz gedankt wird – genauso, wie spendierfreudigen Firmen und öffentlichen Einrichtungen.

Die Kindergärten könnten sich zum Beispiel mit einer sympathischen Mal-Aktion bedanken: “Das schönste Bild von unserem Umbau” – zu sehen im Internet auf der Firmenhomepage der Umbaufirma und auf der Internetpräsenz des Kindergartens. In vielen Fällen sind die Sponsoren selbst an dem Umbau beteiligt gewesen. Ergebnis: Fast alle Eltern schauen sich die Firmenwebsite an, die zu diesem Zweck mit der Kindergartenhomepage verlinkt wird, um zum Beispiel die Bilder ihrer Sprösslinge anzusehen und weiterzuzeigen.

Weiteres Beispiel: Die Kinder singen ein eigens getextetes Lied zu einer bekannten Melodie auf einer Betriebsfeier oder beim Weihnachtsempfang usw. Von dieser Veranstaltung wird eine CD oder sogar eine DVD produziert, die dann an die Kinder verschenkt wird – aber ebenso an die Mitarbeiter und die Kunden des Unternehmens. (Wegen der Urheberrechte darf eine solche CD nicht verkauft werden.)

5. Fördervereine

Wenn es einen eigenen Förderverein für den Kindergarten gibt, ist die direkte Kooperation mit den Sponsoren und Behörden sehr erleichtert. Sonst müssten immer die Kindergärtnerinnen selbst in Aktion treten – und denen fehlt manchmal das Verständnis für die Besonderheiten des Sponsorings.

Bei einem “schlanken” Förderverein dagegen gibt es keine Auseinandersetzungen über die Förderschwerpunkte. Die Arbeit wird schneller abgewickelt, weil ein Förderverein kein eigentliches “Vereinsleben” hat, sondern in erster Linie für die Kooperation mit den Spendern und Sponsoren eingerichtet wurde.

Der große Träger des Kindergartens, eine städtische Behörde oder eine Kirchengemeinde wären damit überfordert – und es gibt am Ende weniger Zuwendungen, weil viele Menschen glauben, bei Behörden oder Kirchen sei so viel Geld im Hintergrund, das müssten sie nicht spenden!

Wenn die Fördervereine gemeinnützig sind, können sie sich bei Spendenplattformen eintragen und für spezielle Projekte überregional Spenden sammeln. Das größte deutsche Portal dieser Art ist www.betterplace.org, die nach eigenen Angaben bereits etwa 25.000 Projekte unterstützt haben mit einem Spendenvolumen von über 54 Mill. Euro seit 2007.

Eine weitere ähnliche Organisation ist www.bildungsspender.de eine gemeinnützige UG die bereits über 6,6 Mill. Euro Spenden für über 10.000 gemeinnützige Projekte eingesammelt haben. Dort gibt es 1.773 Online-Shops, die von jedem Umsatz, der über Bildungsspender ausgelöst wurde, etwa 10 % als Spende einbehalten. Dort können sich alle Trägervereine von Kindergärten kostenlos eintragen.

Und wer weiter lesen will, schaue in meine Veröffentlichung Sponsoring für Kindergärten.